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Gen 39 und seine innerbiblischen Bezüge zur Genesis und zum Sprüchebuch

Projektnummer: FWF-Einzelprojekt P27888
Projektleiterin: Univ.-Prof. Dr. Irmtraud Fischer
Projektmitarbeiterin: Mag. Daniela Feichtinger
Projektlaufzeit: 15.4.2015 bis 14.4.2018

Abstract

Während die Rezeptionsgeschichte der Erzählung von Josef und der Frau des Potifar in den vergangenen Jahrzehnten ausführlich aufgearbeitet wurde, steht eine Monographie zu einer eingehenden Exegese dieses Kapitels der Genesis bis dato aus. Das vorliegende Projekt will diese Forschungslücke schließen.

  Es untersucht methodisch multiperspektivisch die Erzählung, die – wie Gen 38 – häufig als erratischer Block in einer (wenn auch historisch gewachsenen) geschlossenen Josefserzählung gesehen wurde. Dabei werden neben den Schritten der historisch-kritischen Methode auch narratologische und rhetorisch-diskursive Zugänge zu einer Analyse herangezogen. Hermeneutisch ist die Genderperspektive von großer Relevanz, da die Erzählung mit deutlich zu erhebenden Geschlechterstereotypen operiert und auch ihren Auslegungen im Lauf der Forschungsgeschichte häufig ein massiver Gender-Bias zugrunde lag.

  Der erste Teil widmet sich der Analyse von Gen 39 mit diachronen und synchronen Zugängen. Zwei Exkurse zum altorientalischen Ehe- und Sklavenrecht sollen die dem Text zugrundeliegenden rechtlichen Gegebenheiten erhellen, vor deren Hintergrund der Plot der Erzählung verstanden werden kann. Dabei muss vor allem dem Problemfeld von Sexualität und Sklaverei nachgegangen werden.

  Im zweiten Teil werden die innerbiblischen Bezüge von Gen 39 zu drei Texten bzw. Textkomplexen untersucht: die Stellen über die „fremde Frau“ des Sprüchebuches (Spr 2,16-19; 5,1-23; 6,23-35; 7,4-27), die Erzählung um Tamar und Juda (Gen 38), sowie die sogenannten „Preisgabeerzählungen“ (Gen 12,10-20; 20,1-18; 26,1-11). Die Untersuchung der innerbiblischen Bezüge geschieht in zwei Schritten. An erster Stelle steht die methodisch reflektierte Findung, Beschreibung und Eingrenzung des thematischen tertium comparationis. Dieser „Vergleichspunkt“ wird im Wesentlichen der Forschungsgeschichte entnommen, d.h. es handelt sich um eine thematische Parallele, die zwar häufig bemerkt, bis dato allerdings nicht tiefgreifender reflektiert wurde. Im zweiten Schritt werden die drei Textkomplexe mit Gen 39 sowohl auf formaler als auch auf inhaltlicher Ebene verglichen.

  Der dritte Teil beschäftigt sich mit den außerbiblischen Bezügen von Gen 39. Behandelt werden muss hier das ägyptische „Zwei-Brüder-Märchen“, auf das in der Forschungsgeschichte immer wieder Bezug genommen wurde. Weitere außerbiblische Bezüge – eventuell auch die zum hellenistischen Roman – ausfindig zu machen ist u.a. Ziel der vorangehenden und begleitenden Literaturrecherche. Erst die Zusammenschau aller Ergebnisse der einzelnen Arbeitsschritte wird eine Gesamtdeutung der Erzählung und eventuell eine Datierung derselben ermöglichen.

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Institutsleiterin Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Irmtraud Fischer Telefon:+43 (0)316 380 - 6021

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