Das „aramäische Viertel“ von Elephantine in der persischen Zeit (525–404 v. Chr.) weckt seit langem das Interesse der Wissenschaft, da dort Yehuditen mit einem eigenen Yahu-Tempel lebten, die eine regional differenzierte Form des Jahwismus praktizierten. Ihr Projekt widmet sich dem bisher vernachlässigten Thema der Materialität in der häuslichen Religion und führt unveröffentlichte sowie kürzlich veröffentlichte ikonografische Quellen wie Figuren, Miniaturmodelle und Amulette zusammen. Es orientiert sich an drei methodischen Prinzipien, die neue Einblicke in die Religionsgeschichte versprechen. Erstens analysiert es die Artefakt-Arten in ihrem breiteren Kontext, bevor es sich einer ortsspezifischen Interpretation zuwendet, um sie in eine glokalisierte Perspektive einzuordnen. Zweitens wendet es sich von den vorherrschenden ethnisch geprägten Ansätzen zu diesen Ikonografien ab und behandelt sie stattdessen als gemeinsame semantische Ressourcen mit potenziell weitreichender Anziehungskraft in dieser multikulturellen Gemeinschaft. Dabei geht sie über den typischen Fokus auf die Yehuditen hinaus, indem sie andere Gruppen wie Ägypter, Perser und Syrer/Aramäer in den Blick nimmt. Drittens wird die Hausreligion als Teil einer dynamischen religiösen Landschaft untersucht, in der sich die rituellen Praktiken verschiedener Gruppen in Beziehung zueinander herausbilden.
Die Präsentation der diesjährigen Scholars finden Sie hier auf der Seite der Getty Villa.
Herzlichen Glückwunsch, Sarah, zu dieser großartigen Leistung!