Im Rahmen eines durch Erasmus+ ermöglichten wissenschaftlichen Aufenthalts waren Katharina Pyschny und Natalie Klimenko vom 5. bis 13. September 2026 zu Gast an der University of Pretoria in Südafrika. Der Aufenthalt bot vielfältige Möglichkeiten zum internationalen wissenschaftlichen Austausch und zur Vernetzung mit Forschenden und Nachwuchswissenschaftler*innen im Bereich der Alttestamentlichen Wissenschaft.
Eine erste Station war das Postgraduate Seminar Old Testament and Hebrew Scriptures am 8. September. Katharina Pyschny präsentierte unter dem Titel „More Than Meets the Eye: Cultural Semantics of Naked Bodies in Ancient Near Eastern Iconography and the Hebrew Bible“ Überlegungen zur kulturellen Semantik nackter Körper in der altorientalischen Ikonographie und der Hebräischen Bibel. Natalie Klimenko stellte mit „Gen 39 as Encounter with Consequences. Some Notes on Vulnerability and Ethics of Migration“ ihre Forschung zur Vulnerabilität und Migrationsethik anhand von Gen 39 vor.
Am 10. September standen gleich zwei internationale Fachtagungen auf dem Programm. Auf der ProPsalms Conference sprach Natalie Klimenko über „God’s Guidance in a Foreign Land – Psalm 105 as a Rereading of the Joseph Story“ und untersuchte darin Psalm 105 als Neulesung der Joseferzählung. Auf der danach stattfindenden ProProph Conference präsentierte Katharina Pyschny ihren Beitrag „Narrating Trauma, Reproducing Violence: Gendered Bodies in Ezekiel 16 and 23“, der sich mit der Darstellung geschlechtlich markierter Körper und den Zusammenhängen von Trauma und Gewalt in Ez 16 und 23 auseinandersetzte.
Den Abschluss der Vortragsreihe bildete am 12. September die ProPent Conference. Natalie Klimenko stellte dort unter dem Titel „Integration and Identity in a Temporary Home—Genesis 37–50 as a Narrative of Transition“ ihre Überlegungen zu Integration und Identität in der Joseferzählung vor. Katharina Pyschny widmete sich mit „Concepts of Israel between Exodus and Conquest: The Book of Numbers and the Construction of Collective Identity“ der Frage nach der Konstruktion kollektiver Identität im Buch Numeri zwischen Exodus und Landnahme.
Der Aufenthalt an der University of Pretoria verband damit die Präsentation eigener Forschungsarbeiten mit intensivem fachlichem Austausch und bot wertvolle Einblicke in aktuelle alttestamentliche Forschungsdiskurse in Südafrika. Erasmus+ leistete dabei einen wichtigen Beitrag zur Ermöglichung dieser internationalen wissenschaftlichen Begegnungen und zur weiteren Vernetzung zwischen den beteiligten Institutionen.